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Gemeinsame Zeit

Warum laufen meine Geräte auseinander?

OHNE SYNC Drei Geräte, drei Tempi. Jedes hat seine eigene Eins, und die liegen nie übereinander. MIT SYNC 123 412 341 Dieselben Geräte, eine Uhr. Die senkrechten Linien sind die Eins, also der Taktanfang. Genau darum geht es bei Sync: nicht nur um dasselbe Tempo, sondern darum, wo die Eins liegt.
Gleiches Tempo allein reicht nicht. Zwei Geräte können gleich schnell laufen und trotzdem versetzt sein, wenn ihre Eins nicht zusammenfällt.

Jedes Gerät hat seine eigene Uhr. Damit alle gleich schnell laufen, gibt eins den Takt vor, per MIDI-Clock, Link oder Analog-Clock, und die anderen folgen.

Mach jetzt

Stell zwei Handys mit Metronom auf 120 und starte sie gleichzeitig. Nach einer Minute hörst du, warum es Sync braucht.

Hängt zusammen mit
Genauer, wenn du willst · 2 Abschnitte
KAP 04Tempo, Takt und warum Sync alles verändert›Eine Clock ist die gemeinsame Uhr, mit der sich Geräte auf dasselbe Tempo schicken lassen.1 min

Eine Clock ist die gemeinsame Uhr, mit der sich Geräte auf dasselbe Tempo schicken lassen. Sobald mehr als eines läuft, ist das der Unterschied zwischen zusammen und nebeneinander: zwölf für sich genommen gute Loops ergeben nichts, wenn jeder sein eigenes Tempo mitbringt.

[Die Mitmach-Grafik dazu steht oben.]

Die drei Begriffe

BPM heißt Schläge pro Minute und ist das Tempo. 120 BPM sind zwei Schläge pro Sekunde. Takt ist die Verpackung dieser Schläge, meistens vier Stück. Quantisierung heißt, dass ein Gerät deine Eingabe auf das nächste saubere Raster zieht, damit es nicht eiert.

Für Loops folgt daraus eine harte Regel: Loops müssen in ihrer Länge zueinander passen. Vier Takte und acht Takte laufen zusammen. Vier und fünf laufen auseinander und treffen sich erst nach zwanzig Takten wieder.

MIDI-Clock

Ein Gerät gibt das Tempo vor und schickt es als Anweisung an alle anderen. Das gebende heißt Master, die empfangenden Slave. Ab dem Moment laufen alle auf derselben Uhr, starten gemeinsam, stoppen gemeinsam. Wichtig zu wissen: eine solche Tempo-Anweisung hat keinen Kanal, jedes Gerät am Kabel bekommt sie automatisch, egal auf welchem es sonst hört.

Zwei weitere Wege, die dasselbe tun

  • Ableton Link. Für alles, was im selben WLAN hängt, also iPads, iPhones und Rechner. Kein Master, kein Zwangsstart: alle einigen sich auf eine gemeinsame Uhr, jede und jeder startet für sich und bleibt trotzdem im Raster. Steckt in fast jeder ernstzunehmenden Musik-App, auch in Loopy Pro.
  • CV, also Steuerspannung. Der ältere, rein elektrische Weg: ein Impuls pro Schritt, keine Nachrichten, keine Adressen. Vor allem in der Modularwelt zu Hause, mehr dazu in Heft 2, Kapitel 20, beim Eurorack.

IM HEFT: KAP 04 · ALTE FASSUNG

KAP 10Wie sie mit dem Rest gleichzieht›Die Anschlussseite.1 min
Anschlussseite der Circuit Tracks mit MIDI, Sync, Outputs und Inputs
Die Anschlussseite. Von links: Strom, USB, microSD, dann MIDI Thru, Out und In, daneben die 3,5-mm-Buchse für analogen Sync. Outputs sind R und L/Mono, dazu Kopfhörer, ganz rechts zwei Eingänge zum AufnehmenHerstellerbild Novation
  • Sie hat drei ausgewachsene fünfpolige Buchsen: In, Out und Thru. Damit lässt sie sich ohne Adapter mit jeder anderen Hardware verbinden. Thru lässt sich im Menü auf einen zweiten Out umstellen, wenn du zwei Geräte hintereinander hängen willst.
  • Daneben sitzt eine 3,5-mm-Klinke für analogen Sync. Das ist kein MIDI, sondern ein reiner Taktimpuls für ältere und modulare Geräte, die mit MIDI nichts anfangen können.
  • Sie kann Uhr geben oder nehmen. Im Kurs gibt ein Gerät die Uhr für alle, die anderen nehmen. Wer gibt, ist eine Absprache, keine technische Frage.
  • Über USB spricht sie ebenfalls MIDI. Hängt ein iPad oder Rechner dran, kann derselbe Takt von dort kommen und sich mit Ableton Link aus Kapitel 04 treffen.

IM HEFT: KAP 10 · ALTE FASSUNG