Ein Sequenzer ist ein Raster: Ein Takt hat 16 Felder, du schaltest an, wo es schlagen soll. Eine Groovebox ist Sequenzer und Klänge in einer Kiste.
Schalte im Raster oben ein paar Felder an. Dann verschieb eins um ein Feld und hör, wie der Groove kippt.
Ein Sequenzer speichert keine Klänge. Er speichert nur die Anweisung, wann etwas klingen soll. Den Klang macht ein anderes Gerät. Er sitzt also auf der MIDI-Seite der Kette.


Im Leierkasten stecken die Pfeifen, also die Töne, fest eingebaut. Was eingelegt wird, ist nur eine Lochkarte. Die Karte enthält keinen einzigen Ton. Sie enthält Löcher, und jedes Loch öffnet zum richtigen Zeitpunkt eine bestimmte Pfeife.
[Die Mitmach-Grafik dazu steht oben.]
Das Raster aus 16 oder 32 Feldern ist die Lochkarte. Was klingt, wenn ein Feld aktiv ist, hängt davon ab, welche Klangerzeugung dahinterhängt. Deshalb kannst du dasselbe Muster auf einen anderen Klang legen und bekommst ein völlig anderes Stück.
IM HEFT: KAP 12 · ALTE FASSUNG
Eine Groovebox vereint Klangerzeugung, Percussion und Sequenzer in einer Kiste. Kein Computer, kein Bildschirm, oft mit Akku. Man macht sie an und fängt an.
Der Unterschied zur Loop Station: die Loop Station nimmt dich auf. Die Groovebox erzeugt die Klänge selbst und spielt sie nach einem Muster ab, das du programmierst.
Es gibt nicht die eine Groovebox. Es gibt Dutzende.
Ganz oben links stehen Geräte für gut zweihundert Euro, ganz unten rechts welche, die eher ein tragbares Musikstudio sind. Die teuren enthalten am Ende dasselbe wie ein Programm am Rechner: mehrere Klangerzeuger, eine Effektsammlung, Sampling, einen Arranger. Die günstigen lassen fast alles davon weg.
Ich habe dazu selbst ein Video gemacht: Best Budget DAWLESS Set-Up? (Hardware). Darin zeige ich meinen eigenen kleinen Aufbau aus Circuit Tracks, einer RC-505, einem Korg Modwave und einem Mikrofon. Das ist ein möglicher Aufbau von vielen, nicht der richtige.
Ein Gerät, das wenig kann, zwingt zu Entscheidungen. Genau das ist beim Anfangen oft mehr wert als jede zusätzliche Funktion. Der Grund, warum ich die Circuit Tracks mitbringe und nicht das teuerste Gerät im Regal.
Ein paar Namen tauchen dabei immer wieder auf, und jeder steht für eine andere Vorstellung davon, wie man ein Stück ohne Rechner baut.
So verschieden die Bedienung ist, der Kern ist überall derselbe: Klangerzeugung, Percussion und ein Sequenzer in einem Gehäuse, ohne Rechner, mit Knöpfen unter den Fingern. Alles darin ist auf sofortiges Ausprobieren gebaut. Es gibt keine Maus, keine Fenster und kein Speichern-unter, bevor der erste Ton kommt.
DAW steht für Digital Audio Workstation, also das klassische Musikprogramm am Rechner.
Wer schon mit einem Musikprogramm am Rechner gearbeitet hat, kann sich eine Groovebox als abgespeckte DAW vorstellen. Sie kann weniger, und das ist der Punkt.
Was die DAW besser kann, bleibt trotzdem wahr: beliebig viele Spuren, alles nachträglich korrigierbar, jedes Plugin der Welt. Die Groovebox tauscht genau das gegen Tempo und Direktheit.
Dasselbe Ziel, drei sehr verschiedene Wege dorthin. Das erste der drei bringe ich mit, es bekommt gleich ein eigenes Kapitel.



Drei Wörter, die auf jeder Groovebox auftauchen und aufeinander aufbauen:
Der Sprung vom Muster zur Szene ist der eigentliche Lernschritt. Solange man nur Muster baut, hat man vier Takte, die sich wiederholen. Erst Szenen machen daraus ein Stück.
IM HEFT: KAP 09 · ALTE FASSUNG
Das Gerät, das ich mitbringe, einmal auseinandergenommen. Nicht weil es das beste ist, sondern weil sich an ihm alles zeigen lässt, was bisher im Heft stand.
Acht Spuren also, davon zwei mit eigener Klangerzeugung, vier mit Samples und zwei, die gar nichts selbst klingen lassen, sondern nur MIDI nach draußen schicken. Genau die Unterscheidung aus Kapitel 03.
Es gibt keinen Bildschirm. Stattdessen ist jeder Knopf beschriftet, und das Pad-Raster darunter zeigt an, was gerade gilt.
Die acht Regler oben gelten immer für die Spur, die gerade gewählt ist. Bei einer Synth-Spur liegen darauf Oszillator, Filter, Hüllkurve und Effektanteil, bei einer Drum-Spur andere Werte. Derselbe Regler macht also je nach Spur etwas anderes, und das ist der zweite Punkt, an dem man sich am Anfang verliert.
Für viele Geräte gibt es eine Software, mit der sich am Rechner mehr einstellen lässt als am Gerät selbst. Bei der Circuit Tracks heißt sie Novation Components und läuft im Browser. Dort lassen sich Klänge bearbeiten, eigene Samples aufspielen und Projekte sichern.
Ob es so eine Software gibt, trennt oft teurere von günstigeren Geräten. Manche lassen sich nur am Gerät bedienen, andere öffnen sich am Rechner komplett. Wer viel mit Samples arbeitet, sollte danach fragen, bevor er kauft.
Das Handbuch liegt als PDF bereit, allerdings nur auf Englisch.
IM HEFT: KAP 10 · ALTE FASSUNG
Vier Geräte, an denen man die ganze Bewegung ablesen kann: von Klängen, die die Maschine selbst erzeugt, hin zu Klängen, die du selbst hineinlädst.

Sollte echte Schlagzeuge nachahmen und klang stattdessen wie nichts zuvor. Kommerziell zunächst ein Misserfolg. Erst über den Gebrauchtmarkt wurde sie zum Fundament von HipHop und elektronischer Musik. Alle Klänge sind synthetisch, es steckt keine einzige Aufnahme darin.

Von Roger Linn. Statt Klänge zu bauen, spielte sie Aufnahmen echter Trommeln ab. Damit fing das Sampling im Schlagzeugbereich an, und damit auch die Frage, die sich seitdem jede Groovebox stellen lassen muss: eigene Klänge oder mitgelieferte.

Realistischer gedacht als die 808 und teilweise mit Samples bestückt. Wurde zum prägenden Instrument von House und Techno. Drei Jahre zwischen zwei Geräten, und daraus wurden zwei ganze Genres.

Roger Linn und Akai zusammen. Sampler und Sequenzer in einem Gerät, mit anschlagdynamischen Pads, die auf den Anschlag reagieren. Diese Bauform prägt bis heute, wie Grooveboxen aussehen und wie man sie bedient.
Die Bewegung dahinter ist eine einzige: von Klängen, die die Maschine selbst erzeugt, hin zu Klängen, die du selbst hineinlädst. Beide Wege gibt es bis heute nebeneinander, und die Circuit Tracks hat beides an Bord.
IM HEFT: KAP 11 · ALTE FASSUNG