
Erst klären, was du machen willst: Loop mit Stimme, Beat bauen oder Klang drehen. Dann das Gerät. Und ein günstiges Gerät kann mit anderer Firmware ein ganz anderes Instrument werden.
Tipp oben auf die Frage, die dich am meisten reizt. Das ist dein Kaufkriterium, nicht der Testbericht.
Keine Kaufempfehlung, sondern die Namen, die dir in Anfängerlisten dauernd begegnen, mit dem einen Satz, der sie unterscheidet. Alle sind klein, bezahlbar und laufen ohne Rechner.








Nimm das Gerät, bei dem du am wenigsten nachdenken musst, bevor ein Ton kommt. Ein tiefes Gerät, das ungenutzt im Regal steht, bringt weniger als ein einfaches, das jeden Tag an ist. Wie das beim Hydrasynth Explorer nach einer Woche aussah, habe ich hier festgehalten, und wie er mit der Circuit Tracks zusammenspielt hier.
IM HEFT: KAP 13 · ALTE FASSUNG
Analog heißt, der Klang entsteht aus echter elektrischer Spannung in Bauteilen. Kleine Ungenauigkeiten machen ihn lebendig, dafür ist so ein Gerät teurer, weniger flexibel und die Einstellungen lassen sich oft nicht speichern. Digital heißt, der Klang wird berechnet. Das ist präzise, sehr vielseitig, speicherbar und kann Dinge, die analog gar nicht gehen.
Beides ist gut, keins ist besser. Dass analog grundsätzlich wärmer klinge, ist eher Erzählung als Regel. Die meisten Geräte, mit denen wir im Kurs arbeiten, sind digital, und das hört niemand.
IM HEFT: KAP 13 · ALTE FASSUNG
Dieselbe Frage stellt sich noch einmal eine Ebene höher, und die Antwort ist genauso wenig eindeutig.
Die meisten landen bei einer Mischung, und das ist keine Unentschlossenheit, sondern die vernünftige Antwort.
Ganz so fest wie früher ist Hardware übrigens nicht mehr: manche Geräte bekommen per neuer Firmware ganz neue Funktionen. Mehr dazu in Heft 2, Kapitel 27.
IM HEFT: KAP 13 · ALTE FASSUNG
Seit Herbst 2026 hat sich etwas verschoben: Leute schreiben mit Hilfe von KI-Werkzeugen eigene Betriebssysteme für Synths und Grooveboxen. Ein Gerät für unter 100 Euro kann dadurch Dinge, die vor einem Jahr nur teure Kisten konnten. Wer fragt, welcher Synth günstig und gut ist, sollte das kennen.

Der M-VAVE FM-1 (auch unter dem Namen Cuvave verkauft) ist ein kleiner FM-Synth im Stil des Yamaha DX7: 6 Operatoren, 32 Algorithmen, 128 Presets, Arpeggiator, 16-Step-Sequencer, MIDI über USB und Klinke. Er kostet meist deutlich unter 100 Euro, bei AliExpress und eBay gab es ihn im Herbst 2026 für etwa 55 bis 70 Euro. Ab Werk ist er ein solider, eher unspektakulärer Taschensynth.
Spannend wurde er durch die Community. Erst haben Leute die Firmware auseinandergenommen, dann hat M-VAVE selbst reagiert und im Oktober 2026 eine offene Firmware mit Entwickler-Werkzeugen veröffentlicht (FM1 Open, mit einer Workbench im Browser). Auf fm1-editor.com/firmware stehen inzwischen über 200 alternative Firmwares: andere Synth-Engines (zum Beispiel ein analog klingender Synth), Grooveboxen mit 8 Spuren, Sampler, generative Spielzeuge, sogar eine Fassung, die das Gerät zur Computertastatur macht. Die meisten sind kostenlos, manche kosten ein paar Euro.
Die meisten Firmwares installierst du direkt aus dem Browser (Chrome oder Edge) über USB oder mit dem Update-Programm des Herstellers. Programmieren musst du nicht, KI brauchst du zum Benutzen auch nicht. Vorher: eigene Sounds und Projekte sichern und die Original-Firmware bereithalten. Zurück zur Werks-Firmware geht es mit dem Hersteller-Tool (M-UPGRADE), bei vielen Firmwares gibt es zusätzlich einen Rettungsmodus beim Einschalten. Aber: nicht jede Firmware ist ausgereift, manche sind ausdrücklich experimentell, und eine Garantie gibt dir dafür niemand. Lies bei jeder Firmware zuerst die Anleitung des Entwicklers.
Dasselbe gibt es für teurere Geräte, etwa die Elektron Model:Cycles, dort noch mit mehr Risiko.
Dasselbe passiert bei teureren Geräten. Für die Elektron Model:Cycles gibt es seit Oktober 2026 Modded Cycles: ein Werkzeug im Browser, das die offizielle Firmware deiner eigenen Box erweitert. Danach kann sie unter anderem sechs Spuren einzeln über USB in den Computer schicken (so etwas kannte man sonst nur von Overbridge bei den größeren Elektron-Geräten), bekommt zusätzliche Engines, einen Sampler und einen Arpeggiator. Ein weiteres Projekt heißt Model-TG. Für ältere Geräte wie Octatrack, Digitakt und Digitone der ersten Generation gibt es ebenfalls Mods, auch für die Roland SP-404MKII, die Blackbox oder die alte MPC500.
Gebrauchte Model:Cycles werden dadurch für wenig Geld deutlich interessanter. Aber: Die Firmware ist teils noch Alpha, Nutzer berichten von Fehlern, und es gibt ein Risiko, das Gerät vorübergehend unbrauchbar zu machen. Elektron selbst hat im September 2026 erklärt, dass Mods und Anleitungen in seinem Forum nicht mehr geteilt werden dürfen, weil schlecht getestete Firmware Geräte beschädigen kann. Verboten ist das Modden des eigenen Geräts damit nicht, nur das Teilen dort.
Am eigenen Gerät ist das in Deutschland in der Regel erlaubt, auf eigenes Risiko.
Kurz und ohne Rechtsberatung: Das Gerät gehört dir. Das deutsche Urheberrecht erlaubt dir Handlungen, die für die bestimmungsgemäße Benutzung einer Software nötig sind, und das Beobachten und Testen, wie sie funktioniert (§ 69d UrhG); Rückübersetzen ist eng erlaubt, um Zusammenarbeit mit anderen Programmen herzustellen (§ 69e UrhG). Wie weit das bei gepatchter Hersteller-Firmware reicht, ist rechtlich nicht abschließend geklärt. Praktisch wichtiger: Wenn durch fremde Firmware etwas kaputtgeht, kann der Hersteller die Reparatur auf Garantie ablehnen. Bei einem 60-Euro-Gerät ist das Risiko klein, bei einer teuren Groovebox überleg es dir.
Kurz: KI-Werkzeuge machen eigene Firmware billiger, und erste Hersteller öffnen ihre Geräte dafür.
Dass so viele Firmwares so schnell entstehen, liegt auch an KI: Programmier-Assistenten helfen, fremden Code zu lesen, Funktionen zu benennen und eigene Erweiterungen zu bauen. Hersteller reagieren darauf. M-VAVE hat die Firmware geöffnet, und Behringer hat mit der KICK einen MPC-artigen Sampler mit Touchscreen und 16 Pads angekündigt, dessen Software laut Berichten offen auf GitHub liegen soll. Preis und Termin sind noch offen. Ableton Move hat mit Schwung und Movy ebenfalls Erweiterungen aus der Community. Gut möglich, dass günstige Hardware künftig weniger ein fertiges Produkt ist und mehr eine Plattform, die mit ihren Nutzern wächst.
Suchst du einen günstigen ersten Synth: Der FM-1 ist für das Geld kaum zu schlagen, und mit einer anderen Firmware wird er ein ganz anderes Instrument. Ein paar Dinge im Kopf behalten: FM-Synthese ist am Anfang schwerer zu verstehen als ein klassischer Filter-Synth (Heft 1, Kapitel 13), das Gerät ist klein und die Bedienung fummelig, und Lieferzeiten aus China können Wochen dauern.
Quellen, Stand 02.11.2026: Synthtopia, M-VAVE öffnet die FM-1-Firmware, Firmware-Verzeichnis fm1-editor.com, Synth Anatomy zum FM-1, Synth Anatomy zu Modded Cycles, Modded Cycles Wiki, Gearnews, Custom-Firmware boomt, CDM, Elektron zu Hacks und Mods, Dubspot, KI und Custom-Firmware, MusicRadar zur Behringer KICK, § 69d UrhG, § 69e UrhG.
IM HEFT: KAP 27 · ALTE FASSUNG
Dasselbe Ziel, drei sehr verschiedene Wege dorthin. Das erste der drei bringe ich mit, es bekommt gleich ein eigenes Kapitel.



IM HEFT: KAP 09 · ALTE FASSUNG
MIDI Learn. Du drückst im Programm auf einen Regler, drehst dann am Controller, und die beiden sind verheiratet. So verknüpft man Knöpfe mit Funktionen, ohne Nummern nachzuschlagen. Fast jede Software kann das, Loopy Pro auch.
IM HEFT: KAP 03 · ALTE FASSUNG
Wie viele Dinge willst du gleichzeitig aufnehmen? Alles andere ergibt sich daraus. Ein Mikrofon allein braucht einen Eingang. Stimme und Gitarre zusammen brauchen zwei. Ein Schlagzeug oder eine Band brauchen acht. Zwei Eingänge sind der übliche Einstieg und reichen für fast alles, was in diesem Kurs vorkommt.
Auf der Rückseite steht daneben oft Line, Instrument und Mic an einem Schalter. Das sind drei verschiedene Signalstärken: ein Mikrofon liefert sehr wenig, ein Synthesizer oder Mischpult liefert viel, eine E-Gitarre liegt dazwischen und braucht zusätzlich einen sehr hohen Eingangswiderstand. Steht der Schalter falsch, ist es entweder viel zu leise oder es zerrt. Das ist derselbe Pegelfehler wie in Kapitel 07, nur schon am Eingang.
Treiber brauchst du am Mac und am iPad keine, unter Windows dagegen schon, dort heißt der Standard ASIO. Und Strom: die meisten kleinen Geräte ziehen ihn über USB, größere brauchen ein Netzteil. Am iPad ist das der häufigste Grund, warum ein Interface nicht erkannt wird.
IM HEFT: KAP 06 · ALTE FASSUNG