Startseite Grooveboxes, Synth & Loop - Kurs-Karte (Beta) Heft 1Heft 2 DEEN
Live aufnehmen

Wie mache ich einen Loop, zum Beispiel mit meiner Stimme?

1234 Schicht 1Schicht 2Schicht 3 SETZT DIE LÄNGEPASST SICH ANPASST SICH AN Die erste Aufnahme entscheidet über Tempo und Länge. Danach passt sich alles ihr an, nicht umgekehrt.
Was zuerst aufgenommen wird, bestimmt Tempo und Länge für alles Weitere. Es sei denn, die Uhr kommt von außen, siehe Kapitel 04.

Einmal drücken: Aufnahme. Nochmal drücken: Der Loop läuft im Kreis. Jetzt legst du die nächste Spur obendrauf, und noch eine.

Mach jetzt

Klatsch vier Schläge in einen Looper oder in Loopy Pro, drück zweimal, dann klatsch ein zweites Muster dazu.

Hängt zusammen mit
Genauer, wenn du willst · 3 Abschnitte
KAP 08Was eine Loop Station macht›Eine Loop Station nimmt einen kurzen Abschnitt auf und wiederholt ihn sofort und endlos.3 min

Eine Loop Station nimmt einen kurzen Abschnitt auf und wiederholt ihn sofort und endlos. Während er läuft, spielst du die nächste Schicht darüber, und die nächste. So entsteht vor dem Publikum aus einer einzelnen Stimme ein ganzer Track.

Boss RC-50 Loop Station, ein Bodengerät mit drei Loop-Spuren
Für die Füße. Drei unabhängige Spuren, bedient im StehenMassygo, CC BY 2.0
Boss RC-505mkII Loop Station für den Tisch
Für die Hände. Fünf Spuren mit Fadern, das übliche Gerät für Stimme und BeatboxProduktbild Boss

Das Entscheidende ist nicht die Technik, sondern was sie mit der Zeit macht. In einer normalen Aufnahme baust du nacheinander und korrigierst später. Beim Loopen passiert der Aufbau live und in eine Richtung. Was du aufnimmst, bleibt erstmal. Deshalb hört man beim Loopen so genau hin: die erste Schicht entscheidet über alles, was danach kommt.

[Die Mitmach-Grafik dazu steht oben.]

1234 5678 Erster LoopHalb so lang DoppeltDrei Takte SETZT DAS RASTERPASST PASSTPASST NICHT Die erste Aufnahme legt das Raster fest. Alles Weitere passt, wenn es ein Vielfaches oder ein glatter Teil davon ist.
Halb, gleich, doppelt, vierfach: alles gut. Drei gegen vier läuft auseinander und trifft sich erst nach zwölf Takten wieder.

Die vier Handgriffe, die es wirklich braucht

Jedes Gerät heißt anders, aber die Bedienung ist überall dieselbe Handvoll Entscheidungen.

  • Die Länge festlegen. Der erste Druck startet die Aufnahme, der zweite beendet sie. Genau dieser Abstand ist ab jetzt die Länge des Stücks. Deshalb ist die erste Schicht die wichtigste: sie legt Tempo und Taktzahl für alles Weitere fest.
  • Overdub. Neues Material kommt in denselben Abschnitt hinein. Die Länge bleibt, es wird nur dichter. Das ist der Normalfall.
  • Zurücknehmen. Die meisten Geräte können die zuletzt aufgenommene Schicht wieder entfernen. Wie viele Schritte zurück gehen, ist sehr unterschiedlich: manche Hardware kann genau einen, Loopy Pro kann viele. In der Praxis löscht man ohnehin oft gleich den ganzen Loop und nimmt neu auf.
Wenn die erste Schicht schief ist

Nicht retten wollen. Löschen und neu. Eine schiefe erste Schicht zieht jede weitere mit, und man hört den ganzen Abend, dass etwas nicht sitzt. Zwanzig Sekunden neu aufnehmen ist billiger als fünf Minuten Ausbessern.

Worin eine Loop Station wirklich stark ist

Manche speichern ganze Projekte darauf und starten sie im Konzert als fertige Playback-Spur. Das geht, ist aber nicht das, wofür so ein Gerät gebaut wurde, und dafür ist fast jedes andere Gerät besser geeignet.

Stark ist eine Loop Station in genau einer Disziplin: aus nichts in kurzer Zeit etwas Vollständiges bauen, während Leute zuschauen. Kein Bildschirm, kein Menü, keine Auswahl. Ein Knopf nimmt auf, derselbe Knopf beendet, und ab da läuft es. Diese Kompromisslosigkeit ist der Grund, warum das Gerät eine eigene Szene hervorgebracht hat.

Das geht auch ohne Kiste

Alles auf dieser Seite gilt genauso für Software. Loopy Pro auf dem iPad ist im Kern eine Loop Station, bei der du die Anzahl der Spuren, ihre Größe und ihre Anordnung selbst festlegst. Mehr dazu in Heft 2.

Der Unterschied, der oft verschwimmt

Loopen heißt, das Material im Moment aufzunehmen. Vorbereitete Muster abzufeuern ist etwas anderes, und beides ist legitim: die Groovebox in Kapitel 09 lebt genau davon. Im Kurs machen wir beides und mischen es. Wichtig ist nur, dass du weißt, was du gerade tust.

IM HEFT: KAP 08 · ALTE FASSUNG

KAP 21Wie darin ein Loop entsteht›Weil das Kapitel sonst erklärt, was die App ist , und nicht, was man tut: der Ablauf ist derselbe wie an jeder Loop Station aus Heft 1, nur dass die Fläche auf dem Bildschirm liegt.1 min

Weil das Kapitel sonst erklärt, was die App ist, und nicht, was man tut: der Ablauf ist derselbe wie an jeder Loop Station aus Heft 1, nur dass die Fläche auf dem Bildschirm liegt.

  • Einmal tippen auf eine leere Kachel startet die Aufnahme.
  • Noch einmal tippen beendet sie und startet sofort die Wiedergabe. Dieser Abstand ist ab jetzt die Länge des Stücks.
  • Weiter tippen schaltet zwischen Wiedergabe und Overdub um. Neues Material landet in derselben Kachel.
  • Lange halten ist der Rückwärtsgang: löschen oder die letzte Schicht zurücknehmen.

Der Unterschied zur Hardware ist, dass du selbst bestimmst, wie viele Kacheln du siehst, wie groß sie sind und was daneben liegt. Bei einer Loop Station sind fünf Spuren fünf Spuren. Hier legst du dir hin, was dein Stück braucht.

Und daraus folgt die Rechnerfrage aus Heft 1

Loopen selbst kostet kaum Rechenleistung. Teuer wird es dort, wo Klang berechnet wird, also bei Synthesizern und komplexen Effekten. Ein älteres iPad reicht für reines Loopen erstaunlich weit.

Der Platz ist aber nicht unendlich. Egal wie viele Plugins du gekauft hast, gleichzeitig laufen können immer nur so viele, wie das Gerät verkraftet. Genau deshalb benutzen die meisten für die Klangerzeugung etwas Externes: einen Hardware-Synth, die eigene Stimme, ein Instrument. Ich selbst lasse die Synths inzwischen auf einem kleinen Linux-Rechner laufen und schicke nur noch Audio ins iPad. Das iPad macht dann das, was es am besten kann, nämlich loopen und arrangieren.

Eine Mac-Fassung von Loopy Pro ist angekündigt, ein Datum gibt es nicht. Wer heute plant, sollte mit dem iPad planen.

IM HEFT: KAP 21 · ALTE FASSUNG

KAP 16Dub FX›Benjamin Stanford, Künstlername Dub FX, ist ein australischer Musiker, der als Straßenmusiker weltweit bekannt wurde.2 min
Dub FX auf der Straße, direkt vor seinen Füßen die Loop Station und die Effektpedale
Das Gerät liegt vor den Füßen. Straßenauftritt, beide Hände am Mikrofon, die Loop Station und die Pedale auf dem Pflaster. Aufnehmen, stoppen, umschalten macht der Fuß. Genau so ist das alles entstandenCoverbild Dub FX
Dub FX auf der Bühne, davor sein Rack mit iPad und zwei Fußleisten am Boden
Alles unter den Füßen. Heute auf großen Bühnen, das Prinzip unverändert: zwei Reihen Fußschalter am Boden, weil beide Hände am Mikrofon sindBild loopypro.com
Dub FX vor dem Publikum, Mikrofon in der Hand
Kein Graben, keine Bühne. Das Publikum steht in Armlänge, der Aufbau hinter ihm auf dem Tisch. Genau daraus ist sein Ruf entstandenWikimedia Commons

Benjamin Stanford, Künstlername Dub FX, ist ein australischer Musiker, der als Straßenmusiker weltweit bekannt wurde. Er baut seine Stücke ausschließlich aus der eigenen Stimme: Beatbox als Schlagzeug, gesummter Bass, Harmonien, Effekte, darüber Gesang und Rap.

Das Gerät, mit dem er das jahrelang gemacht hat, war eine Boss RC-50, gebaut für Gitarristen. Sie lag bei ihm auf dem Boden, bedient mit den Füßen, während oben die Stimme lief. Genau diese Verschiebung ist sein eigentlicher Beitrag: nicht ein neuer Trick, sondern ein Werkzeug in einer Rolle, für die es niemand vorgesehen hatte. Wer heute mit einer Loop Station Beatbox macht, steht in dieser Linie, ob er es weiß oder nicht.

Sein Beitrag ist weniger ein technischer als ein didaktischer. Er hat den Vorgang sichtbar gemacht. Wer ihm zuschaut, versteht in zwei Minuten, was eine Loop Station tut, weil jede Schicht vor den Augen des Publikums entsteht.

Irgendwann traf er Michael Tyson, den Entwickler von Loopy Pro. Daraus wurde ein Austausch zwischen jemandem, der jeden Abend auf der Straße an die Grenzen seines Geräts stieß, und jemandem, der die Software dahinter schreiben konnte. Wer Kapitel 15 gelesen hat, erkennt das Muster wieder: dieselbe Schleife aus Spielenden und Bauenden, nur diesmal in Software statt in Blech.

Warum er für diesen Kurs zählt

Dub FX arbeitet heute nicht mehr mit der Hardware, mit der er berühmt wurde. Er hat seine Loop Station und seinen Hardware-Sampler durch ein iPad ersetzt und steuert alles über einen Controller.

IM HEFT: KAP 16 · ALTE FASSUNG